Sehenswürdigkeiten, die Sie nicht verpassen sollten

Der französische Teil Kataloniens bedeckt fast das gesamte Département Pyrénées-Orientales. Dieser Teil wird traditionell in sechs Comarcas (Kreise) unterteilt.

Roussillon

Diese weite Ebene wird durch natürliche Barrieren begrenzt: die Gebirgskette der Corbieren im Norden; die Pyrenäen im Süden; das Gebirgsmassiv des Canigou im Westen und das Mittelmeer im Osten.

Perpignan

Palmen, rote Ziegelsteine, Schmiedekunst: die ehemalige Hauptstadt der Könige von Mallorca (1276 – 1344) hat keineswegs an Eleganz und Anmut verloren. Im Stadtpark von Perpignan sind einige Bronzestatuen von Aristide Maillol (geboren in Banyuls) zu sehen. Im September ist die Stadt Gastgeber des internationalen Festivals für Fotojournalismus “Visa pour l’image” (www.visapourlimage.com).

♦ Das Castillet ist das vorherrschende Gebäude der Altstadt und ihren Gassen. Seine zwei massiven Türme aus dem 16. Jahrhundert beherbergen das Casa Pairal, Museum für volkstümliche Kunst und Tradition. Das Museum widmet sich der katalanischen Kultur (Festlichkeiten, Handwerk, das Alltagsleben…).

♦ Weiter südlich bilden das Gebäude “Loge de Mer” und das Rathaus ein sehenswertes Stück Architektur aus dem Mittelalter. Zudem stellt die Kathedrale Saint-Jean Baptiste eines der besten Beispiele für den südländischen Gotikstil dar. Ebenfalls sehenswert ist der prächtige Altar aus dem Barock im Inneren des Bauwerks.

♦ Das Museum der Schönen Künste Hyacinthe Rigaud, das sich in einem besonderen Hotel aus dem 18. Jahrhundert befindet, zeigt Ölgemälde von diesem eingeborenen Künstler und Portätmaler, der von Ludwig XIV herbeigelockt wurde. Aber auch Gemälde von urtümlich katalanischen und modernen Künstlern können bewundert werden.

♦ Der Ende des 13. Jahrhunderts errichtete Palast der Könige von Mallorca, der von der Hochburg von Vauban umgeben ist, dominiert den höher gelegenen Teil der Stadt. Die vier Hauptteile des Bauwerks, die um einen zentralen Hof angeordnet sind, werden von acht Türmen bewacht. Der Hauptturm ist mit zwei übereinander liegenden gotischen Kapellen ausgestattet.

Salses-le-Château

Dieses architektonische Meisterwerk einer Militärfestung mit rosafarbenen Ziegelsteinen aus dem Beginn des 15. Jahrhunderts bewachte die Grenze des nördlichen Kataloniens. Mit seinen 10 Meter dicken Burgmauern und seinem Wehrgang mit zylindrischen Türmen war dies das erste Bauwerk, das an die neu entstandene Artillerie angepasst war.

Die Küste von Port-Leucate bis nach Cerbère

Der Küstenstreifen hat zwei Gesichter. Im Norden gibt es endlose Strände mit zahlreichen Badeorten (Canet-en-Roussillon, Saint Cyprien, Argèles…), ein Paradies zum entspannen und für Wassersport. Im Süden befindet sich die Côte Vermeille mit ihren kleinen Felsenbuchten, reizenden Fischerhäfen und steilen Weinbergen. Reisende sollten sich folgende Orte anschauen:

♦ Elne. Sechs Kilometer vom Strand in Saint-Cyprien entfernt, bewahrt diese Kleinstadt Reste einer schönen Stadtmauer in einem kleinen Prachtstück: das römische Kloster der Kathedrale Sainte-Eulalie-et-Sainte-Julie mit prachtvoll behauenen Mauern. Gruppeneintrittskarte mit Terrus-Museum, Künstler aus dem Ort und Freund von Matisse.

♦ Das Naturschutzgebiet von Mas Larrieu. Nördlich von Argèles, auf beiden Seiten der Mündung der Tech, 145 Hektar Sand und Schilfgras. Führungen “Nach Belieben des Wassers” und “Sohn der Dünen”, Dienstag und Donnerstag vormittags. Touristeninformation in Argèles, Tel.: 04 68 95 34 25/04 68 81 15 85. www.argeles-sur-mer.com

♦ Collioure. Das Prunkstück der Côte Vermeille ist stolz auf sein königliches Schloss aus dem 15. Jahrhundert und auf seine Kirche Notre-Dame-des-Anges mit neuen Altaraufsätzen. Der “Weg des Fauvismus” führt durch die Straßen der Gemäldenachbildungen und bringt die Besucher an Orte, wo einstmals auch die Künstler dieser Stilrichtung (Matisse Derain) ihre Staffeleien aufgestellt haben.

♦ Die Bucht von Paulilles. Südlich von Collioure birgt diese kleine bezaubernde Bucht mit feinem Sandstrand, inmitten eines Pinienwaldes, alte Gebäude der ersten Sprengstofffabrik Frankreichs, gegründet im Jahre 1870. Darin befindet sich nunmehr eine Ausstellung, die den Arbeitern dieses Ortes gewidmet ist (kostenlose Führungen). Auskünfte auf der Website des Conseil Général: www.cg66.fr

Les Aspres

Östlich von Perpignan befindet sich am Fuße des Gebirgsmassivs des Canigou diese mit Korkeichen bedeckte Hügellandschaft. Diese hochgelegenen Orte sind dort zu finden:

♦ Die mittelalterliche Stadt Thuir ist Heimatort der beeindruckenden Weinkellerei Byrrh : 800 Eichenfässer, sowie das weltweit größte Fass dieser Art (eine Million Liter!), und eine von Gustave Eiffel signierte Verladestation

♦ Ganz in der Nähe befindet sich die Klosterkirche Serrabone (12. Jh.), auf der Sängertribüne befinden sich beeindruckende romanische Skulpturen aus rosa Marmor: Adler, geflügelte Löwen, Greife…

♦ Das geologisch interessante Gelände von Orgues d’Ille-sur-Têt im Nordosten, welches einen einmaligen Panoramablick auf die Pyrenäen bietet.

Le Fenouillèdes

Obwohl diese kleine Region, die sich zwischen dem Roussillon und den Corbières befindet, historisch gesehen zur Occitanie gehört, ist sie mit ihren romanischen Glockentürmen und blühenden Weinbergen fast katalanisch. Folgendes kann man dort entdecken:

Die Höhle von Arago

In dieser Höhle wurden die Fossilien des Menschen von Tautavel entdeckt, deren Alter teilweise mit 450.000 Jahren ausgewiesen wird. Eine Besichtigung sollte durch einen Besuch in der Stadt, die den Namen des Fundortes trägt, sowie des Museums für Vorgeschichte und über die ersten Einwohner Europas ergänzt werden.

Die Gorges de Galamus

Schwindelerregende Felswände, die von dem Fluss Agly aus dem Kalk geschliffen wurden.

Die Einsiedlerei von Força Réal

Von der felsigen Erhebung herab, auf dem sich dieses Gebäude befindet, erstreckt sich die Sicht auf die Ebene des Roussillon bis zum Meer…

Vallespir

Südlich des Canigou-Massivs liegt diese Comarca in der Grenzregion um das Tech-Tal herum, welches die hohen Berggipfel der Pyrenäen mit der Ebene des Roussillon verbindet.

Céret

Die Hauptstadt des Vallespir wird von einem außergewöhnlichen Werk bewahrt: die Teufelsbrücke, deren einzigartiger Steinbogen von 45 Metern Spannweite seit dem 14. Jh. dem Hochwasser der Tech standhält.

Das Museum für moderne Kunst in dem ehemaligen Kloster von Carmes zeigt Werke von Künstlern, die einst in der Stadt verweilten: Picasso, Juan Gris, Braque, Dali, Chagall…

Arles-sur-Tech

Die Abtei Sainte-Marie, die für ihren wunderbaren Sarkophag bekannt ist, bewahrt das erste gotische Kloster Nordkataloniens (13. Jh.) und eine seiner ältesten Skulpturen (1046).

Die Schlucht “Gorges de la Fou”, die sich ganz in der Nähe befindet, gilt als eine der engsten der Welt: 150m hohe Wände und teils nur wenige Meter breit.

Prats de Mollo

Diese mittelalterliche Stadt, die von einem Schutzwall umgeben ist und deren Gassen mit Kies bedeckt sind, wird vom Fort Lagarde beschützt. Es war die letzte von Vauban erbaute Festung und sollte die neue gemäß dem Pyrenäenfrieden festgesetzte Grenze kontrollieren.

Le Conflent

Diese Region umrandet das hohe Tal der Têt, nördlich des Canigou-Massivs.

Prades

Diese örtliche Hauptstadt, über deren Häusern der römische Kirchturm der Kirche Saint-Pierre wacht, beherbergt Fachwerkhäuser und Brunnen aus rosa Marmor. Um dem politischen System des Frankoismus zu entgehen, suchte der katalanische Violoncellist und Komponist Pablo Casals (1876-1973) 1939 in dieser Stadt Zuflucht, ehe er dort ein Festival für Kammermusik ins Leben rief. Dieses ist heut eines der renommiertesten in Frankreich (Juli-August). www.prades-festival-casals.com

Abtei Saint-Michel-de-Cuxa

Vor den Toren der Stadt Prades befindet sich dieses Juwel katalanisch-religiöser Architektur. Gegründet im Jahre 974, der vorromanische Altarraum datiert aus dem 11. und 12. Jahrhundert, der Chorumgang, nach dem Modell der großen Pilgerfahrtskirchen. Später wurde dort ein Kloster aus rosa Marmor hinzugefügt, von dem heute noch zwei Gänge existieren. Der rechteckige Glockenturm mit romanischen Zinnen und Bogenverzierungen ist typisch für diese Region…

Villefranche-de-Conflent

Mit seinen mittelalterlichen Gassen gilt dieses Dorf als eines der schönsten Frankreichs. Ein Teil der Stadtmauer aus dem 11. Jh. sowie vier Türme aus dem 14. Jh. sind erhalten geblieben. Im 17. Jh. modernisierte Vauban das Dorf und errichtete eckige Bollwerke. Der Militärarchitekt von Ludwig XIV erbaute ebenso das Fort Libéria, welches man über eine unterirdische Treppe mit tausend Stufen erreicht! Dieses Verteidigungssystem war teil des Vauban-Netzes, das 2008 von der Unesco als Weltkulturerbe aufgenommen wurde.

Die nahegelegene Grotte “Grandes Canalettes” ist bekannt für ihre Tropfsteine aus Kalk und die Vorstellung “Klang und Licht” im Juli und August.

Der gelbe Zug. Der Zug fährt ab Villefranche und erreicht die benachbarten Ebenen der Cerdage. Dabei durchquert er großartige Landschaften. Preis etwa 35€ hin und zurück.

Abtei Saint-Martin-Du-Canigou

Eine der ersten romanischen Abteien, erbaut im 11. Jh. auf der nördlichen Flanke des Canigou, und saniert ab 1902. Sie befindet sich auf einem 1100m hoch gelegenen Felsvorsprung und überragt beeindruckende Schluchten. Die religiöse Gemeinde Béatitude gewährleistet Besichtigungen. Sehenswert: die auf Steinsäulen ruhende Kirche, sowie das Grab des Gründers, Guifred II, ein konvertierter Adliger, Graf der Cerdagne und der Comarca Conflent.

Das Canigou-Massiv

Seit 1999 als “Grand Site” (großes Gelände) klassifiziert und heiliger Berg für die “französischen Katalanen”. Das Massiv ist Teil des Nationalparks der katalanischen Pyrenäen. Drei Fußpfade ranken sich an seinem Gipfel empor, die Spitze des Canigou (2784 Meter): Startpunkt in Cortalets über den Gipfel des Joffre in zwei Stunden ohne Schwierigkeiten; über den Barbé-Kamm und eine schwindelerregende Treppe, über den Weg des Canigou (2h20); und über den Weg auf der südlichen Flanke durch Benutzung des GR 10 (4 Stunden). Schauen Sie sich vor dem Aufbruch die Wettervorhersage an. Bei klarem Wetter reicht die Sicht bis nach Barcelona!

La Cerdagne

Diese waldreiche Ebene, die von hohen Bergen umgeben ist, erstreckt sich östlich des Canigou. Sie wird durch das Têt-Tal im Norden und die Grenze zu Spanien und Andorra umrandet.

Die Festung Mont-Louis

Im Jahre 1659 von Vauban nach dem Pyrenäenfrieden auf 1.600m Höhe errichtet, auf der Kreuzung zwischen Conflent, Capcir und Cerdagne, ist sie die höchstgelegene Festung Frankreichs. Die Burg und die obere Stadt, eingetragen in das Weltkulturerbe, sind von einer Festungsmauer aus Granit umgeben, die nur über ein einziges Tor verfügt. Verpassen Sie nicht den Ziehbrunnen für Zwangsarbeiter, die die Garnison mit Wasser versorgten. Im Süden befindet sich der erste experimentelle Sonnenofen der Welt, erbaut 1953.

Font-Romeu

Die 100 Jahre alte Station ist bekannt für die Weitläufigkeit ihrer Skipisten (58km alpiner Skilauf, 110km Skilanglauf). Sie ist ebenso berühmt für ihre Einsiedlerei, ein bedeutender Ort für Pilgerfahrten, am 8. September, in Ehrerbietung der goldfarbenen Holzstatue der Jungfrau Maria, geschnitzt im 12. Jahrhundert.

Der nahegelegende Sonnenofen von Odeillo, 1968 in Betrieb genommen, ist der größte weltweit, mit 3000m² Spiegelfläche. Führungen werden das ganze Jahr über angeboten.

Le Capcir

Das höchstgelegene Plateau der Pyrenäen, bedeckt mit Kiefernwäldern und Seen, im Norden der Cerdagne. Ein Paradies für Wanderer und Skilanglauf-Einsteiger.

Der Tierpark von Angles

Inmitten von 37 Hektar Waldfläche bietet dieser Park eine vielfältige Tierwelt der Pyrenäen: Wölfe, Steinböcke, Mufflons, Gämse, Braunbären und andere Damtiere.

Der Bouillouses See

Dieses riesige Wasserreservoir von 149 Hektar Fläche, eingebettet in eine Mondkulisse, ist von Einsteiger-Fußpfaden umgeben, mit ortstypischer Tier- und Pflanzenwelt. Auf diejenigen, die es bis zum Gipfel des Carlit führt, warten eine Reihe kleinerer Naturseen.

Das Dorf Formiguères

Mitten im Naturpark der katalanischen Pyrenäen birgt dieses reizende Dorf aus dem 13. Jahrhundert die Sommerresidenz der Könige von Mallorca, von denen ein Erbe an Asthma litt. Schöne Gebirgshäuser, die mit Kalksteinplatten bedeckt sind.

Nicht weit entfernt, die Höhle Fontrabiouse, entdeckt 1958, sie stellt prächtige Tropfsteinmuster aus Kalk zur Schau.

Informationen

Komitee für Tourismus der Région Languedoc-Roussillon: L’Acropole, 954, av. Jean-Mermoz, 34960 Montpellier. Tel. : 04 67 20 02 20 www.sunfrance.com

Komitee für Tourismus des Départements Pyrénées-Orientales: 16, avenue des Palmier, 6600 Perpignan. Tel. : 04 68 51 52 53. www.cdt-66.com

Anmerkung: diese zwei Einrichtungen bieten auf ihren Internetseiten zahlreiche Informationen über Nordkatalonien sowie einen Reservierungsdienst an: Hotels, Unterkünfte in Frankreich, Camping, Ferienhäuser, Themenurlaube, Ferien auf dem Bauernhof.

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